Wildes Wolnzach Wissen: Huflattich

Huflattich

Märzblume, Brustlattich

Heil-, Küchenkraut

 Botanischer Name: Tussilago farfara

Sobald der Frühling startet, findest du an Wegrändern und auf Schotterflächen oft leuchtend gelbe Strahlenblüten mit weißem, haarigem Stängel, besetzt mit rötlichen Schuppen. Die Pflanze aus der Familie der Korbblütler bringt erst einmal Blüten hervor, vorerst Blätter Fehlanzeige. Diese kommen nach der Blüte. Es tummeln sich daran gern Insekten, Schmetterlinge und natürlich Bienen.

Es ist der Huflattich, der uns sichtlich blendet, dessen botanischer Name bereits das Einsatzfeld verrät: „Tussi“, bedeutet Husten. Huflattich, ein bewährtes Hustenmittel.

Gehen wir 2000 Jahre in der Geschichte zurück so erfahren wir, dass Tussilago farfare bereits damals dafür zum Einsatz kam. Es wurden die Blätter, verräuchert oder geraucht, in Europa genauso wie im asiatischen Raum. Die Chinesen waren es, die sich irgendwann aus den getrockneten Blüten und Blättern Tee kochten und diesen mit Honig tranken.

 

Blüten: kräftig gelbe Zungen- und Röhrenblüten, Samenstand ähnlich Löwenzahn

Stängel: grün mit weißem Flaum und rötlichen Schuppen

Blätter: Hufförmig, erscheinen später. Vorderseite grün, stark geädert, Rückseite weich mit weißem Flaum.

Pflanze kann 10 cm bis 30 cm hoch werden, je nach Standort und Nährstoffen.

 

Inhaltsstoffe: Schleimstoffe, Gerbstoffe, Flavonoide, ätherische Öle, Inulin, aber auch Pyrrolizidin-Alkaloid.

 

Volksheilkunde: Beruhigend, reizmildernd bei Husten, entzündungshemmend, freie Radikale neutralisierend, Immunsystem stärkend, verdauungs-unterstützend.

 

Verwendete Pflanzenteile: Blüten frisch für Salate, Blüten und Blätter getrocknet in Teemischungen, getrocknete Blätter zum Verräuchern oder Rauchen.

 

Verwechslungsgefahr: Blätter ähneln denen der Pestwurz. – Diese hat sehr viel mehr Pyrrolizidin.

 

Anmerkung: Wirkungsnachweise in vielen Tierversuchen, keine bei Menschen. Keine klinischen Studien. Bei sehr hoher Konzentration und längerer Anwendung wurde in Einzelfällen negative Leberveränderung festgestellt. Deshalb wurde Huflattich für eine gewisse Zeit aus den Regalen verbannt. Inzwischen gibt es Züchtungen ohne Pyrrolizidin, somit kann Huflattich-Tee aus Apotheken wieder bedenkenlos konsumiert werden bei Bedarf. Den Verzehr einzelner Blätter und Blüten ist ohne Sorge stattzugeben.

 

Wissenswert: Früher wurden Blätter verräuchert, Asche gesiebt. Zurück blieb Kaliumchlorid, ein Salzersatz. – Huflattich wird auch „Filius anti Patre“ genannt, weil sich Blüten vor Blättern zeigen. In Russland sagt man: Blatt-Vorderseite Stiefmutter (rau), Rückseite Mutter (zart, weich). – Die Flauschigkeit der Blattrückseite sorgte dafür, dass von je her Huflattichblätter vor Toilettenpapier bei Notdurft zum Einsatz kamen. Nicht nur in der Natur, in  Kriegszeiten wurden Blätter dafür gesammelt. – Aufgrund der Inhaltsstoffe, rollte und rauchte man „Asthma-Zigaretten“ bis es andere Präparate auf den Markt gab.

Eure

Vergiss` nicht: Schätzen kannst Du nur, was Du kennst!

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