Wildes Wolnzach Wissen: die Mistel
Mistel – Heilkraut, Mythos und Magie
Hexenkraut, Druidenfuß
Botanischer Name: Viscum album

Bild-Quelle: Pflanzen Koelle
Mystisch ist sie allemal, die Pflanze, die sich parasitär ernährt, die Laubbäumen ein Wintergrün gibt, hoch oben wächst und normal unerreichbar ist. In der Natur ist es der Wind, der hin und wieder stürmisch Zweige zu Boden fallen lässt. Der Mensch hat Mühe an die Zweige zu kommen. Es gibt viele Arten dieser Spezies über die Kontinente verteilt, mit weißen oder auch roten Beeren. Bei uns ist die weiß-beerige Art heimisch.
Die Mistel hatte und hat ihre Bedeutung zurecht. Römer, Kelten, Germanen verwendeten das schwer erreichbare Kraut schon als Allheilkraut. Bei Miraculix kommt sie in den Zaubertrank und Verliebte küssen sich unterm Mistelzweig als Zeichen ewiger Liebe.
Schon 2003 wurde sie zur Heilpflanze des Jahres gekürt und tatsächlich gehört die Mistel zu den erforschtesten Heilpflanzen unserer Zeit, die auch in der Schulmedizin angekommen ist.
Als Halbschmarotzer wächst sie hoch oben auf verschiedenen Laubbäumen wie Apfel-, Birnbaum, Pappel, Linde usw.. Andere Arten besiedeln Nadelbäume wie Föhren oder Tannen. Vögel fressen die für uns Menschen giftigen Beeren, die Samenkerne scheiden sie in den Astgabeln der Bäume aus. Passen die Voraussetzungen, kann sich das Korn einnisten. Es sucht den Weg zur Leitbahn im Stamm des Wirtsbaumes. Von hier versorgt sich die Pflanze mit Wasser und Mineralstoffen. Photosynthese betreibt sie eigenständig.
Für Obstbauern kann sie ein Übel sein, denn sie zehren die Wirtsbäume aus.
Volksheilkunde:
Vielfältige Heilwirkung u.a. entzündungshemmend, entkrampfend, blutdruckregulierend, immunstärkend.
Zahlreiche Beschwerden kann die Mistel lindern oder regulieren wie Menstruationsbeschwerden, Ruhelosigkeit, Gelenkbeschwerden, Ekzeme, Hautkrankheiten, Verdauungsbeschwerden, Fieber, Ohrenschmerzen.
Man verwendet die gelb-grünen Blätter als Tee. In der Apotheke gibt es auch Misteltropfen oder ein Extrakt wird vom Mediziner injiziert.
Nur nach ärztlicher Absprache oder sogar als Anwendung verordnet, kommt die Mistel in der Krebstherapie, ergänzend, als begleitende Maßnahme oder zur besseren Verträglichkeit der Krebsbehandlung zum Einsatz, vor allem bei Brustkrebspatientinnen.
Achtung: Schwangere, stillende Mütter oder Autoimmunkranke sollten auf eine Misteltherapie verzichten.
Der Kuss unterm Mistelzweig ist ein wunderschöner Brauch! Solltest du keinen Mistelzweig haben, kann ich einen Waldspaziergang mit Blick nach oben empfehlen. Bewegung und frische Luft tun uns allen gut und wenn sich in einer Föhre Misteln angesiedelt haben, ist ein Kuss oder eine Umarmung bei einem Winterspaziergang umso impulsiver und eventuell auch effektiver!
Den Beitrag über die Mistel habe ich für das Fest der Liebe gewählt.
Ich wünsche Euch hiermit einen besinnlichen Advent, ein frohes, friedvolles Weihnachtsfest sowie das Allerbeste Glück, Gesundheit und Zuversicht für 2026.
Eure

Vergiss` nicht: Schätzen wirst Du nur, was Du kennst!
PS: Ich möchte mich für das Interesse meiner Beiträge bedanken, genauso wie für die mir ab und zu persönlich zugekommene positive Bemerkung für meine Zeilen im Blog übers Jahr. Herzlichen Dank!


