Wildes Wolnzach Wissen: Echter Beinwell
Echter Beinwell
Heilkraut, sehr bedingt Küchenkraut
Bienenkraut oder Wallwurz
Botanischer Name: Symphtum officinale

Echter Beinwell – Foto: Monika Laubenbach
In „Symphytum“ steckt „symphyo“, also „zusammenwachsen“, „Officinale“ sagt, dass es sich um Arznei handelt. Comfrey wird Beinwell in England genannt, ca. 40 verschiedene Arten sind bekannt. Zwar ist Beinwell in Teilen bedingt essbar, jedoch steht die Kulinarik nicht im Vordergrund. Beinwell wird seit der Antike als Arzneipflanze eingesetzt.
Berührt man ein Blatt ist sofort erkennbar: ein Raublattgewächs. Die Pflanze enthält neben vielen tollen Inhaltsstoffen ein leberschädigendes, möglicherweise krebserregendes Alkaloid namens „Pyrrolizidin“, weshalb die wertvolle Wurzel lediglich als Salbe zum Einsatz kommen sollte.
Bei Knochenbrüchen, Verstauchungen, Prellungen, Zerrungen hat Beinwellsalbe einen sehr hohen Stellenwert.
Die kleinen violetten Blütenglöckchen vom Echten Beinwell, die von Mai bis August vor allem Bienen und Hummeln zahlreich anlocken, sind eine Augenweide. Viele verwandte Hybridzüchtungen zieren unsere heimischen Gärten. Von England, über Europa, Afrika, China, bis Sibirien wächst der violette Echte Beinwell auf feuchten Plätzen, als Wildpflanze an Bachufern, Auwäldern oder Weiherrändern auf nährstoffreichen Lehmböden. Die buschige Staude hat borstig behaarte Stiele und Blattunterseiten, Blätter sind lanzettlich, Blattunterseite ist markant geädert. Verwandte Arten blühen gelblichweiß, purpur, rosarot oder rotviolett.
Die schwarze Wurzel wird von Spätherbst bis Frühjahr geerntet. Sie ist reich an Allantoin, Schleim- und Gerbstoffen, Asparagin, ätherischem Öl, Flavonoiden, Harz und Kieselsäure. Trotz so vieler heilsamer Inhaltsstoffe dürfen die Alkaloide, voran das Pyrroizidin, nicht unerwähnt bleiben.

Beinwell-Wurzel frisch ausgegraben Foto: Gertraud Schachtner
Junge, proteinreiche Blätter, auch die an Inhaltsstoffen reiche Wurzel ist roh und gekocht essbar. Nachzulesen ist, dass ein gelegentlicher Verzehr als unbedenklich eingestuft wird.
Meine Empfehlung: Fachleute haben im Labor die Voraussetzung, die Werte nachzumessen. Die Natur hält so eine Vielfalt anderer Leckerbissen für uns parat, überlassen wir diese Pflanze der Natur und den Fachleuten und Apotheken.
Verwandt, die Blätter mit Verwechslungspotential:
Borretsch, dessen blauen Blüten gern auf einem Teller landen dürfen und giftiger Roter Fingerhut, Digitales, ebenfalls eine Heilpflanze für fachmännische Hände.
Fazit: Echter Beinwell eine sehr wertvolle Heilpflanze!
Für Laien auf jeden Fall eine Augenweide während der Blütezeit.
Wer Beinwell im Garten hat: jetzt verkleinern durch tiefes Graben. Eine Beinwellsalbe aus der schwarzen, getrockneten Wurzel kann ausprobiert werden. Genießen höchstens in sehr geringer Menge, äußerst selten, um die Leber nicht zu schädigen. Schwangere und Kinder sollten unbedingt darauf verzichten. Quelle www.pflanzen-vielfalt.de
Eure

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