Trinkwasser-Update vom 26. Juni 2025

Trinkwasser-Update vom 26. Juni 2025
Trinkwasser-Update vom 26. Juni 2025

In unserem heutigen Update zur Trinkwasserversorgung in Wolnzach können wir einen Erfolg bei der Suche nach der Ursache der Verunreinigung vermelden! Zum jetzigen Zeitpunkt ist davon auszugehen, dass das Eindringen von Insekten – genauer gesagt Ohrenkriechern, lat. Forficula auricularia (auch Ohrwürmer oder Ohrenknieper genannt) – in eine Kammer des Wasserspeichers zum Befall mit Enterokokken geführt haben könnte. Ohrwürmer sind eigentlich Nützlinge – sie fressen Blattläuse, Apfelwickler, Milben und Erdflöhe. Laut Bayerischem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) könnten sie in unserem Falle aber tatsächlich die Ursache für die Verunreinigung sein. Wir sind nun auf jeden Fall etwas optimistischer, dass sowohl Abkochgebot als auch Chlorung bald ein Ende finden!

Wie geht es weiter?

Nach der erfolgten intensiven Reinigung der Wasserkammer muss die Probenentnahme und die Labordiagnostik weiter fortgeführt werden, um sicherstellen zu können, dass dieser Befall die tatsächliche Ursache ist. Die vorgegebene Reihenfolge bleibt dabei bestehen: Probennahme und Auswertung durch externen Dienstleister, Ergebnisse kommen zum Markt/zum Gesundheitsamt/zur oberen Fachbehörde, Ergebnisse werden besprochen und Maßnahmen festgelegt. Wie mehrfach berichtet, sorgt diese Prozesskette (der wir zu folgen haben) dafür, dass die heute genommenen Proben erst übermorgen zu Entscheidungen führen können. Somit muss das bestehende Abkochgebot – auch aufgrund der kurzzeitigen Außerbetriebnahme der Chlordosierung während der gestrigen Maßnahmen – weiter bestehen bleiben. Eine Entscheidung darüber kann allerdings laut Aussage des Gesundheitsamtes je nach Sachlage spontan getroffen werden. Sollte dieser Fall eintreten, melden wir das hier natürlich umgehend.

In der Zwischenzeit teilen wir wieder Antworten auf eingegangene Fragen:

Warum hat man mit der Bechlorung nicht schon nach spätestens 3 oder 4 Tagen begonnen – sprich am 13. oder 14.6.?

Wenn eine Verunreinigung bei den routinemäßigen Kontrollen festgestellt wird, muss man sich an bestimmte Protokolle, die durch die Trinkwasserverordnung, das Gesundheitsamt beim Landratsamt und die oberen Behörden vorgegeben sind, halten. Im konkreten Fall gab es vereinfacht erklärt bei den nachfolgenden Probenahmen positive/negative/positive Werte. Da die Ergebnisse der Proben wie bereits mehrfach erläutert auf Grund der externen Auswertung/Übermittlung/Einschätzung durch den Markt/durch das Gesundheitsamt/die obere Behörde dann auch noch jeweils zwei Tage zurückliegende Proben betreffen, fällt die Einschätzung der aktuellen Situation und die sich daraus ergebenden Maßnahmen nicht leichter. Generell gibt das Gesundheitsamt die Maßnahmen vor, denen der Markt zu folgen hat – auch in der Frage der Bechlorung.

Warum hat man die Kollegen der Ilmtal Gruppe erst nach 14 Tagen eingeschaltet, obwohl bekannt war, dass die Ilmtal Gruppe erst vor kurzem mit dieser Thematik beschäftigt war?

Im Prinzip gilt hier die selbe Antwort: uns sind bei solchen Entscheidungen die Hände durch Protokolle und Weisungsbefugnisse der übergeordneten Behörden gebunden. Es handelt sich übrigens um die Kollegen von den Stadtwerken Pfaffenhofen und nicht um die Ilmtalgruppe.

Ich sehe immer öfter in den Vorgärten das Wasserschläuche an der Trinkwasser angeschlossen und am Ende im Regenwasser Auffangbehälter liegt. Kann das zu Verunreinigungen beitragen?

Nein, gut und richtig ist das sicherlich nicht. Allerdings dürfte das keine Verschmutzung bzw. Verunreinigung IN den Trinkwasserkreislauf bringen, da es ja sozusagen nur die Fließrichtung aus dem Wasserhahn raus gibt und keinen „Rückfluss“ in unser Wassernetz.

Wie imer gilt: stellen Sie uns gerne Ihre Fragen.

11 Antworten

  1. Joachim Crone sagt:

    Es wird immer darauf hingewiesen, dass Wäsche gewaschen werden darf. Es soll nur mit einer Temperatur ab 60 Grad erfolgen. Nun erfolgt aber der letzte Spülgang, um Waschmittelrückstände in der Wäsche zu entfernen, mit kaltem Wasser. Im Anschluss erfolgt das Schleudern. Mit dem kalten Wasser zum Schluss ist aber das Waschen mit hoher Temperatur eigentlich sinnlos geworden.

  2. Harald Möckl sagt:

    Guten Abend Herr Lutz Hädrich leider kenne ich Sie nicht.Ich bin Bürger von Wolnzach und hab mal eine Frage. In Hienheim hatten sie auch ein Problem mit dem Trinkwasser aber ich muss sagen die stehen ihren Bürger näher denn nach kurzer Zeit konnten sich die Hienheimer kostenlos Mineralwasser abholen auch nicht nur einmalig sondern bis alles wieder in Ordnung war. Warum gibt es so etwas nicht auch in Wolnzach sind es die Bürger nicht wert nach dieser langen Zeit .Ich kann es mir Gottseidank leisten Wasser zu kaufen aber ich denke auch an ander, und kommen Sie mir nicht mit Corona da ist ja auch etliches schief gelaufen.
    Gruß Harald Möckl

    • Lutz Hädrich sagt:

      Hallo Herr Möckl

      Vielen Dank für Ihre Nachricht. Allerdings weiß ich jetzt gar nicht, was ich darauf antworten soll.

      Ich weiß nicht, wo Hienheim ist, wie viele Einwohner es hat und welche Probleme man dort hatte.

      Ich bin hier auch nur irgendein kleiner Angestellter der Gemeinde und kein Entscheider, der mal eben einen Laster voll Mineralwasser anfahren lassen kann. Aber es ist doch auch niemand gezwungen, Mineralwasser zu kaufen, sondern lediglich das Wasser abzukochen. Die Kilowattstunde kostet etwa 30 Cent, da kann man für den Preis von Mineralwasser einiges Wasser abkochen.

      Warum haben Sie sich denn eigentlich nicht schon vor 10 Tagen mal mit der Idee gemeldet?

      Herzliche Grüße und schönen Abend noch!

      Lutz Hädrich

      • Christina Hartmann sagt:

        Sie wissen nicht, Hienheim ist? Dann kommen Sie wohl nicht von hier.
        Hmmm

        • Lutz Hädrich sagt:

          Sie entschuldigen bitte, dass mir diese 700 Seelengemeinde nicht weiter bekannt ist, obwohl ich aus Wolnzach komme. Ein Wolnzacher bin ich qua Geburt nicht, weshalb ich natürlich nie einer sein kann. Aber was genau habe ich bezüglich Hienheim verpasst?

          Schönen Abend noch!

          Viele Grüße

          Lutz Hädrich

    • Christina Hartmann sagt:

      Ganz ihrer Meinung. Es wird gesagt, man soll Wasserhähne laufen lassen und durchspülen. Wer bezahlt mir denn die anfallenden höheren Wasserkosten und Abwasserkosten? Ich bin immer dabei, Wasser zu sparen, weil die Kosten in Wolnzach so explodiert sind. Der Preiss hat sich vervielfacht. Ich finde es eine Unverschämtheit, dass man da den Bürger nicht entgegenkommt. Wer übernimmt meine Wasserkosten dadurch dass ich immer Wasser laufen lassen soll?

      • Lutz Hädrich sagt:

        Frau Hartmann, Sie reden von einer Vervielfachung der Wasserkosten? Der Kubikmeterpreis (1.000 Liter!) für Wasser ist in Wolnzach zum Jahreswechsel von völlig unzeitgemäßen 1,25 Euro auf 1,93 Euro angehoben worden nach vielen Jahren. Das ist doch keine Vervielfachung. Die Kunden der Imltalgruppe zahlen 3,70 Euro, bis auf wenige Ausnahmen zahlen alle im Wolnzacher Umland deutlich mehr als zwei Euro.

        Jeder versucht, vernünftig zu haushalten, Kosten zu minimieren, Ressourcen zu schonen. Die Bitte um die Spülung Ihrer Leitung zuhause ist nun auch schon eine Woche her und erfolgte ausschließlich in Ihrem Interesse. Niemand ist glücklich über diese Situation, das ist doch wohl völlig klar und wir tun alles dafür, dass das schnellstmöglich vorbei geht!

        Viele Grüße

        Lutz Hädrich

  3. Christina Hartmann sagt:

    Wenn das Wasser gechlort wird, warum dann noch abkochen???
    liebe Grüße von einer Hygienefachkraft
    Ch Hartmann

    • Lutz Hädrich sagt:

      Hallo Frau Hartmann

      Diese Frage wurde bereits gestellt und von uns beantwortet:

      Warum muss das Trinkwasser trotz Chlorung weiterhin abgekocht werden?

      Die Enterokokken sind – trotz Bechlorung – bei den Messungen noch nachweisbar. Das Chlor bekämpft nur die Wirkung und nicht die Ursache der Verunreinigung! Bis das bechlorte Wasser im gesamten Wolnzacher Trinkwasserkreislauf bis zum letzten Wasserhahn in jeder Wohnung, in jedem Haus, angekommen ist, vergehen Tage.

      Die Entscheidung zur Aufhebung des Abkochgebots wird vom Gesundheitsamt getroffen – Stand heute (Donnerstag, 26. Juni) wurde die Aufhebung halt leider noch nicht befürwortet.

      Viele Grüße

      Lutz Hädrich

  4. B. Sputh sagt:

    Ja wenn die Bürokratie in Deutschland über allem steht, dann kommen solche Verzögerungen. Im Normalfall könnte man viel schneller reagieren.

    • Lutz Hädrich sagt:

      Hallo Frau oder Herr Sputh

      Bei allem Verständnis für die Verärgerung über den Amtsschimmel – es geht im Wesentlichen um unser aller Gesundheit. Da sollte man keine Kompromisse machen oder in hektischen Aktionismus verfallen. Es gibt für solche Fälle Handlungsweisen, Ablaufpläne, Protokolle, Entscheidungskompetenzen, die auf gesammelten Erfahrungen basieren. Klar nervt das Abkochen, klar ist Chlor im Trinkwasser Mist. Aber das sind doch vergleichsweise kleine Einschränkungen im Vergleich zur Gefährdung von Menschenleben? Lassen Sie es mich mal so sagen: es gab mal eine Zeit, als unser Leben deutlich eingeschränkter war auf Grund eines Virus…

      Ich denke, wir halten das jetzt noch ein paar Tage aus? Wir sind hoffentlich schon auf der Zielgeraden.

      Viele Grüße

      Lutz Hädrich

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