Trinkwasser-Update vom 25. Juni 2025

Im heutigen Update können wir Ihnen berichten, dass uns ab heute zwei Mitarbeiter der Stadtwerke Pfaffenhofen bei der Lösung der Trinkwasserprobleme in Wolnzach unterstützen. Neben den fortlaufenden Spül- und Reinigungsmaßnahmen werden die beiden Kollegen sich konkret um die Spülung und Inspektion der Trinkwasserkammern kümmern. Um die Keimfreiheit der Wasserkammern messen zu können wird heute zunächst das Wasser aus der linken Wasserkammer abgelassen, die Kammer untersucht und im Anschluss wieder mit frischem Trinkwasser befüllt. Ab morgen erfolgt dann die erste von 3 Beprobungen im Abstand von 24 Stunden. Die ersten Ergebnisse der Proben erwarten wir am Sonntag oder Montag. Diese werden dann Anfang kommender Woche gemeinsam mit dem Gesundheitsamt beurteilt. Sollten die Ergebnisse die benötigten Werte aufweisen, kann die Wasserkammer wieder ans Netz gehen und gegebenenfalls die Chlorung und das Abkochgebot des Trinkwassers aufgehoben werden. Auch die Spülungen im Trinkwassernetz gehen weiter. Leider bedeutet das alles, dass wir den aktuellen Zustand – Abkochgebot und Bechlorung – noch bis mindestens Anfang kommender Woche aufrechterhalten müssen. Sobald es neue Infos gibt, melden wir diese umgehend!
In der Zwischenzeit haben wir wieder einige Fragen reinbekommen, die wir Ihnen hier mit beantworten wollen.
Warum muss das Trinkwasser trotz Chlorung weiterhin abgekocht werden?
Die Enterokokken sind – trotz Bechlorung – bei den Messungen noch nachweisbar. Das Chlor bekämpft nur die Wirkung und nicht die Ursache der Verunreinigung! Bis das bechlorte Wasser im gesamten Wolnzacher Trinkwasserkreislauf bis zum letzten Wasserhahn in jeder Wohnung, in jedem Haus, angekommen ist, vergehen Tage. Wir müssen hier einfach alle verantwortungsbewusst mit dem Thema umgehen, auch wenn es uns alle nervt.
Wenn wir eventuell schon Enterokokken im Körper haben sollten, spülen wir die nicht immer wieder ins das Wassernetz, wenn man z. B. zur Toilette geht? Woher wissen wir denn, ob wir es in uns haben (im Körper sollen die Keime sich ja vermehren) und ist das dann nicht ein Kreislauf?
Zunächst mal besteht für gesunde Menschen nahezu keine Erkrankungsgefahr – Enterokokken sind Teil der normalen Darmflora. ABER: bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem (z.B. nach Operationen oder bei bestimmten Grunderkrankungen) können Enterokokken Infektionen wie Harnwegsinfektionen, Wundinfektionen, Bakteriämie (Bakterien im Blut) oder Endokarditis (Herzinnenhautentzündung) verursachen. Sie verstehen also, warum das Abkochgebot für alle gilt? Nicht jeder weiß, wie gesund er/sie wirklich ist – man minimiert somit also das Risiko.
Zum zweiten Teil der Frage: Nein, das kann ausgeschlossen werden, denn unser Abwasser geht ja zunächst mal in die Kläranlage und vollzieht dort einen 6 Tage langen Reinigungsprozess, bei dem der größte Teil von Bakterien und anderen Verschmutzungen entfernt wird. Wenn das Wasser dann den gesetzlichen Vorgaben entspricht, wird es in die Wolnzach eingeleitet. Von da beginnt dann die große Reise, beispielsweise durch Verdunstung, das Abfliessen in größere Flüsse oder durch das Einsickern und somit „natürliche Filtern“ in der Erde. Bis das Wasser in den Trinkwasserkreislauf zurückkehrt dauert es Jahre und vor allem findet das dann eher irgendwo auf der Welt statt, aber nicht in unmittelbarer Nähe von Wolnzach!
Ich möchte gerne wissen, was beim Befüllen von Planschbecken aufgrund des geltenden Abkochgebots zu beachten ist. Wir wollen unsere Kinder gerne im Wasser planschen lassen.
Für die Körperpflege, Waschen, Duschen und auch Baden kann das Leitungswasser ohne Bedenken genutzt werden. Es sollte allerdings nicht verschluckt werden und keinen Kontakt zu offenen Wunden bekommen. Wunden sollten mit wasserundurchlässigem Pflaster abgedeckt sein. Sind die Kinder gesund, spricht nichts gegen die Füllung des Planschbeckens, zumal die Menge des Chlors im Wolnzacher Trinkwasser eher gering ist und den gesetzlichen Vorgaben auch aus gesundheitlicher Sicht vollständig eingehalten werden.
Wie immer gilt: bei Fragen bitte melden! Wir versuchen alle Antworten zu finden….


Na, danke noch mal! Als Unternehmen in der Industrie wäre die Insolvenz bei solchen Prozessen vorprogrammiert. Hoffentlich funktioniert die Bundeswehr heutzutage nicht auch so. Dann wäre unser „Freund“ schon in Portugal bevor hier jemand aus der Stube kommt!
Vielen Dank für Ihre Antworten! Da wiehert der Amtsschimmel ja ganz gewaltig Und der Bürger muss abkochen, abkochen und abkochen. Willkommen in Schilda!
Ich kann Ihnen da nicht widersprechen. Mir ist aber (ein bisschen) wichtig, dass man „uns in der Verwaltung“ nicht als unfähig und ahnungslos ansieht. Daher die Ausführungen, die auch nur an der Oberfläche kratzen. Ich persönlich möchte allerdings den Hut für solche Entscheidungen auch nicht unbedingt tragen müssen…
Viele Grüße
Lutz Hädrich
Alles schön und gut. Mir stellen sich zwei Fragen, nachdem wir nunmehr 14 Tage Wasser abkochen.
1. Warum hat man mit der Bechlorung nicht schon nach spätestens 3 oder 4 Tagen begonnen – sprich am 13. oder 14,6.?
2. Warum hat man die Kollegen der Ilmtal Gruppe erst nach 14 Tagen und nicht bereits am 12. oder 13.6. eingeschaltet, obwohl bekannt war, dass die Ilmtal Gruppe erst vor kurzem mit dieser Thematik beschäftigt war.
Wer koordiniert denn das Ganze?
Hallo Frau oder Herr Schmidt
Vielen Dank für Ihre Fragen, die ich wie folgt beantworten möchte:
1. Warum hat man mit der Bechlorung nicht schon nach spätestens 3 oder 4 Tagen begonnen – sprich am 13. oder 14.6.?
Wenn eine Verunreinigung bei den routinemäßigen Kontrollen festgestellt wird, muss man sich an bestimmte Protokolle, die durch die Trinkwasserverordnung, das Gesundheitsamt beim Landratsamt und die oberen Behörden vorgegeben sind, halten. Im konkreten Fall gab es vereinfacht erklärt bei den nachfolgenden Probenahmen positive/negative/positive Werte. Da die Ergebnisse der Proben wie bereits mehrfach erläutert auf Grund der externen Auswertung/Übermittlung/Einschätzung durch den Markt/durch das Gesundheitsamt/die obere Behörde dann auch noch jeweils zwei Tage zurückliegende Proben betreffen, fällt die Einschätzung der aktuellen Situation und die sich daraus ergebenden Maßnahmen nicht leichter. Generell gibt das Gesundheitsamt die Maßnahmen vor, denen der Markt zu folgen hat – auch in der Frage der Bechlorung.
2. Warum hat man die Kollegen der Ilmtal Gruppe erst nach 14 Tagen und nicht bereits am 12. oder 13.6. eingeschaltet, obwohl bekannt war, dass die Ilmtal Gruppe erst vor kurzem mit dieser Thematik beschäftigt war.
Im Prinzip gilt hier die selbe Antwort: uns sind auch bei solchen Entscheidungen die Hände durch Protokolle und Weisungsbefugnisse der übergeordneten Behörden gebunden. Es hat einige Überzeugungsarbeit gekostet, dass wir diesen Weg jetzt so gehen können.
Wer koordiniert denn das Ganze?
Der Bürgermeister in enger Absprache mit dem Gesundheitsamt am Landratsamt und den oberen Fachbehörden.
Viele Grüße
Lutz Hädrich